Back to the basics für den Planeten

16. März 2021

Warum Zero Waste und Minimalismus Hand in Hand gehen.

Wer weniger besitzt, produziert auch weniger Müll. Das Leben von Minimalist*innen kann nach bestem Gewissen nachhaltig und ökologisch gelebt werden. Gepaart mit den Zielen der Zero Waste-Bewegung ergibt sich ein wunderbar achtsamer Lebensstil für alle, die im Einklang mit Natur und Umwelt leben wollen.

Doch was versteht man unter den Trend-Begriffen Minimalismus und Zero Waste und wie soll das Fokussieren auf weniger, mehr bringen?

Minimalismus

Der Minimalismus beschreibt einen bewusst einfach gehaltenen Lebensstil. Er gilt als Gegenbewegung zur modernen Überflussgesellschaft, die stetiges Wachstum, erhöhter Konsum und allgemeine Beschleunigung fordert. Dabei reduziere ich meinen physischen Besitz auf Dinge, die ich regelmässig brauche und / oder wahre Freude verströmen.

Den Besitz zu ordnen ist ebenso wichtig, wie die Psyche auszumisten. Dabei schule ich mein Mindset, um mich auf das Wesentliche zu fokussieren und Unnützes auszublenden. Ein minimalistisches Leben wirkt Reizüberflutung, Überforderung und Stress wie auch Unordnung und zügellosem Konsum entgegen.

Es ist inkorrekt, Minimalismus auf puren Verzicht zu reduzieren. Minimalismus ist kein Wettstreit, wer mit den wenigsten Sachen auskommen kann.
In erster Linie geht es darum, das Leben zu vereinfachen. Ich erkenne an, dass ich nicht alles brauchen, sein oder können muss. Durch diese Haltung fällt es mir leichter, meinen Fokus zu setzten, ohne Angst zu haben, etwas zu verpassen. Diese Akzeptanz revolutioniert mein Konsumverhalten. Weniger bedeutet mehr.

  • mehr finanzielle Mittel, da unnötige Ausgaben wegfallen
  • mehr Ordnung & Überblick durch minimierten Besitz
  • mehr Zeit & Freiheit, weil ich meine Prioritäten achtsam hinterfrage
  • mehr Zufriedenheit durch Genügsamkeit & Akzeptanz.

Zero Waste

Diese Bewegung zielt darauf ab, so wenig Abfall wie möglich zu produzieren. Das führt zu einem ressourcenschonenden Lebensstil. Wir sträuben uns gegen die verschwenderischen Konsumgesellschaft, denn die Rohstoffe, die uns unsere Erde bietet, ist begrenzt.

Die heutigen Industriestaaten verbrauchen mehr Rohstoffe, als die Erde in einem Jahr hergibt. Die Schweiz liegt mit einem Schnitt von 2.8 Planeten im Jahr auf Rang 5. Übertroffen werden wir nur noch von den USA (5), Australien (4.1), Russland (3.2) und Deutschland (3).

Dieser Übernutzung soll die Zero Waste Lebensphilosophie entgegen wirken. Damit ich mich im Alltag an Leitlinien orientieren, kann gibt es die 6-R’s:

  • Refuse – Verzichten
    Nein sagen zu unnötigem Konsum.
    Was (ver)brauche ich wirklich?
    Beispiel: Gratis Werbegeschenke dankend ablehnen, wenn diese zuhause nur Staub ansetzen.
     
  • Reduce – Reduzieren
    Durch Ausmisten den eigenen Besitz minimieren.
    Beispiel: Ausgediente Elektronik-Geräte fachgerecht entsorgen, Kleidungsstücke ausrangieren.
     
  • Reuse – Wiederverwenden
    Gegenstände für den gleichen oder einen anderen Zweck wieder verwenden, anstatt sie nach einmaligem Gebrauch weg zu schmeissen.
    Beispiel: Die Glasflasche der Tomaten-Sauce als Behälter für den nächsten Einkauf in einem Unverpackt-Laden aufbewahren.
     
  • Repair – Reparieren
    Die Lebensdauer von Gegenständen durch Reparatur verlängern, damit sie nicht entsorgt werden müssen.
    Beispiel: Das Loch in der Lieblingsjeans stopfen, die Beine des wackeligen Tisches auf gleicher Höhe abschleifen…
     
  • Recycle – Recyclen
    Den wenigen Abfall der anfällt, vorbildlich in seine Einzelbestandteile getrennt entsorgen.
    Beispiel: Papier und Karton bündeln, Pet zu Pet, Glas zu jeweiliger Glasfarbe.
     
  • Rot – Verrotten, kompostieren
    Als Restmüll bleiben nur noch Bioabfälle. Diese werden im eigenen oder Gemeindekompost von Kleinstlebewesen natürlich abgebaut.
    Beispiel: Die Rüebli-Schalen mit anderen vegetativen Abfällen für den Komposthaufen sammeln.

Dank dieser 6 Schritte, fällt es leichter, den eigenen Rohstoff-Verbrauch zu reduzieren und weniger Güsel zu produzieren.

Der radikale Begriff Zero Waste, also Null Abfall, kann irritieren. Ganz auf Abfall zu verzichten ist beinahe unmöglich. Der Weg ist das Ziel. Jede*r vermeidet so viel Müll, wie möglich.

Die Schnittpunkte

Die beiden Bewegungen unterscheiden sich, folgen aber denselben Ziele. Die wichtigsten dabei sind:

  • aufs Wesentliche reduzieren – Ich entrümple meinen physischen, psychischen und digitalen Besitz
  • bewusster Konsum – Ich kaufe nur das, was ich brauche.
  • achtsames Handeln – Ich hinterfrage mein Tun laufend
  • sorgfältiger Umgang – Die wenigen Dinge, die ich besitze, hege und pflege ich behutsam
  • Qualitätsanspruch – Wenn, dann investiere ich lieber in teurere, dafür qualitativ wertvollere, nachhaltig hergestellte Dinge.

Die Vorteile daran, ein Leben nach diesen Werten zu führen, sind ganzheitlich. Besonders in Zeiten, in denen alles zu viel wird, die Zeit zu schnell vorbeirast und die Oberflächlichkeit des Alltags quält, ist dieses neue Mindset Balsam für die Seele.

Einige Vorteile zum Thema Minimalismus habe ich bereits erwähnt:

  • mehr Geld
  • mehr Ordnung & Überblick
  • mehr Zeit & Freiheit
  • mehr Zufriedenheit

Durch das zusätzliche Gedankenguts des Zero Waste kommen weitere hinzu.

  • tieferes Verständnis für die eigene Umwelt
  • innere Ruhe dank einem naturverbundenen Leben
  • mehr Balance & Ausgeglichenheit
  • mehr Antrieb durch sinnvolles Bestreben
  • jede Menge Spass beim selber aktiv werden.

Inwieweit die jeweilige Philosophie das eigene Privatleben bestimmt, regelt jede* für sich. Es gibt keine konkreten Anforderungen, die erfüllt werden müssen. Am besten beginnst du, indem du dich mit deinen individuellen Bedürfnissen auseinandersetzt und deine Werte und Ziele abwägst. So entscheidest du, welche Inputs aus den beiden Lifestyles du in deinen persönlichen Alltag integrierst.

Ich wünsche dir auf jeden Fall Mut Neues auszuprobieren, Neugier, die dein Interesse entfacht und natürlich viel Spass und Freude auf deiner Reise.